Auftrag

Der bildungspolitische Auftrag der Tageseinrichtung für Kinder ist in dem Vertrag, welchen die Personensorgeberechtigten mit der kath. Kirchengemeinde schließen,  juristisch beschrieben. Wir füllen diesen Auftrag mit folgenden Aussagen, die zu den Zielformulierungen in unserer pädagogischen Arbeit führen. Ganzheitlicher, familienergänzender Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag des Kindergartens, in katholischer Trägerschaft, orientiert sich im Wesentlichen darin den jungen Menschen zu befähigen, sich und seine Umwelt als Einheit zu erfahren, zu begreifen und zu verinnerlichen.

Leitbild

Die Einrichtung ist grundsätzlich geöffnet für alle Kinder und Eltern, die sich mit der vorliegenden christlichen Konzeption in unserem Hause identifizieren, und denen bei uns ein Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsangebot gemacht werden kann. Mit unseren unterschiedlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Familien in unserem Stadtteil, dem Personalschlüssel und der Betriebsgenehmigung der Einrichtung. Die Pädagogik in unserer katholischen Einrichtung sieht den Menschen im soziokulturellen Umfeld, in dem er verflochten ist.

Die Fragen und Inhalte orientieren sich an den Sinnfragen des Lebens und den daraus resultierenden Antworten. Die Antworten stehen in Beziehung zu einer Religionsform, oder zu jenen geistig- religiösen Grundrichtungen, die einen bestimmten Kulturkreis prägen. Religiöse Elementarerziehung ist nicht ein Sonderbereich der Pädagogik, der in eigenen religiösen Methoden und Formen gepflegt und gefördert werden muss. Aus diesem Kontext heraus wird Religion als ein Suchen nach Sinn und Ziel des Menschseins und des in der Weltseins verstanden. Es kann hier nur im Zusammenhang aller anderen Lebens- und Lernerfahrungen gehandelt werden. Das Engagement der Religionspädagogik liegt dort, wo die Ganzheit der Person wahrgenommen und allseitig gefördert wird. Verknüpft werden kognitive Bildung, im Zusammenhang mit Sozialerziehung und affektiver Förderung.

Ganzheitlich begegnen heißt, Erfahrungen machen, die über das eigentliche Begreifen der Welt hinausgehen. Dimensionen erreichen, die Staunen, Verwunderung, Freude, Mitleid und Trauer auslösen. Wer sich grundsätzlich dafür entscheidet, seine Welt mit allen Sinnen zu erfahren, wird sein Werteempfinden, Handeln und Gestalten nicht losgelöst von ihr sehen. Aus diesen Kontext heraus kann auch die Bewegungserziehung nicht als Extrapädagogik herausgelöst aus unserem pädagogischen Alltags handeln gesehen werden. Sie fließt überall, immer und stetig, wie selbstverständlich in unsere Aktivitäten mit dem Leitgedanken ein: „Ein Kind, das sich nicht ausreichend und lustvoll bewegen darf, bleibt im wahrsten Sinne des Wortes sitzen“. Nur Kinder, die sich viel bewegen dürfen können ruhig, kognitiv und mit Freude andere Themen erarbeiten. Da wir grundsätzlich offen sind für alle Kinder, die wir pädagogisch fördern können, beinhaltet dies auch die Aufnahme von Handicap-Kindern. Dies möchten wir besonders im Hinblick auf die Bewegungskonzeption beachtet wissen. Da für diese Kinder täglich spezielle Bewegungsmöglichkeiten angeboten werden müssen, die selbstverständlich auch allen anderen Kindern zuteil werden. Unser Material ist auf die unterschiedlichsten Fähigkeiten aller Kinder abgestimmt.

Die jeweiligen Entwicklungsstufen und die damit verbundenen, wachsenden kognitiven Fähigkeiten versetzen das Kind in die Lage, seine meditative Sicht von Natur und Umwelt in handelnde Auseinandersetzung umzusetzen. Dies bedeutet für die Erzieherin, die Annahme des Kindes im Jetzt und Hier. Ihr Einfühlungsvermögen und Vorbildfunktion im Umgang miteinander wird das Weltbild des Kindes mitprägen. Im Vorschulalter gibt es keine existentielle Auseinandersetzung mit Glaubensfragen. Die Aneignung von Lernstoffen spielt eine untergeordnete Rolle. Das Hineinwachsen in das christliche Leben erfolgt über das soziale Lernen, die Auseinandersetzung mit Normen, Sitten und Gebräuchen. Aus wiederholenden Handlungen entwickeln sich Grundhaltungen. Daneben haben biblische Geschichten ihre Bedeutung. Sie vermögen religiöse Vorstellungen, welche das Kind gewinnt, zu vertiefen und zu ordnen. Religionspädagogik beginnt nicht erst mit einem konkreten pädagogischen Angebot. Sie ist vielmehr als flexible Größe in unterschiedlichen Prozessen zu sehen, welche auf vielfältige Art und Weise ins Spiel gebracht werden kann.

Die gezielte Schaffung erlebnisstarker Eindrücke wird die Lernbereitschaft der Kinder lebendig gestalten. Sie reichen über christliche Themenschwerpunkte hinaus in das gesamte pädagogische Handeln. Der lebendige dynamische Prozess zwischen Theorie und Praxis, die eigene Beteiligung am Alltagsgeschehen, das Mitbestimmen des Kindes an dessen Ausgestaltung, wird seine kindgemäße Auffassung der Ereignisse und seine natürliche Wissbegierde steuern. Es bedarf hier keiner großen Lernprogramme und nicht der Bevormundung, sondern vielmehr der Hilfe zur Selbsterkenntnis und der Unterstützung zur Entscheidungsfreudigkeit. Auf dieser theoretischen Grundlage, der Konzeption, basiert die Zielformulierung und der Leitfaden unserer pädagogischen Erziehung, die daraus resultierende Elternarbeit und die Integration der Einrichtung in die Pfarrgemeinde sowie in den Ortsteil mit seiner Infrastruktur.