Bewegungserziehung Turnen und Schwimmen

Ziel unserer Bewegungsangebote ist:

  • Kindern ein breites Spektrum an Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen, die
  • vom Freispiel über thematisch orientierte Angebote bis hinzu zeitlich festgelegten Bewegungs-, Turnstunden und Schwimmeinheiten führen  
  • Kinder unterschiedlichen Alters sollen sich in der Einrichtung intensiv, frei und
  • weitgehend selbst bestimmt, allein oder mit anderen bewegen dürfen  
  • Kinder sollen im sportlichen Miteinander Regeln erarbeiten / einüben, die
  • wichtig sind für das körperliche Wohlbefinden, unter Berücksichtigung / Beachtung der anderen Kinder und dem sichern Umgang mit Geräten und Materialien  
  • Vernetzung der Bewegungsangebote aus dem Außengelände nach drinnen
  • und umgekehrt soll Freude an der Bewegung wecken  
  • Vielfalt an Materialien und der Umgang damit soll anregen, sich mit neuen
  • Dimensionen (z.B. Wasser, Naturklettermöglichkeiten, wie Steine Kletterbäume usw.), Dingen und deren Handhabung auseinander zu setzen und neue Körpererfahrungen zu machen  
  • Alle Kinder sollen täglich während der Kita-Zeit das Angebot nutzen können
  • Bei jedem Kind soll die Freude und das Interesse an Bewegung drinnen und draußen geweckt werden
  • Jedes Kind soll vor Schuleintritt Sicherheit und Können in vielfältigen Bewegungsabläufen erlernt haben
  • Mit der Gestaltung der Elternarbeit, sollen Eltern für die Freude und die Wichtigkeit der Bewegung für ihre Kinder sensibilisiert werden

Zu den Angeboten gehört seit 1970 das Kinderturnen. Hier waren wir, bis Sommer 2001, Gast in der Schulturnhalle. Eltern und Erzieher schätzen dieses Angebot sehr. Mit Fertigstellung unseres Mehrzweckraums im angrenzenden Pfarrzentrum ist auch dieses Angebot in die teiloffene, gruppenübergreifende Arbeit integriert.

Den Kindern steht seit September 2001 dieser Raum, mit Materialien für eine  Bewegungsbaustelle eingerichtet, in der Regel von 8.30 – 10.30 für 30 – 45 Minuten zur freien Verfügung. Die Raumauslastung beträgt max. 25 Kinder um die Bewegungsfreiheit zu gewährleisten. Diese Offenheit erlaubt die Nutzung des Raumes bewegungsintensiv, jederzeit, wenn das Bedürfnis zu Spiel, Sport und Tanz besteht. Die Kinder benötigen hierfür ihre Turnkleidung immer in der Einrichtung. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht vom Freispiel über thematisch orientierte Bewegungsmöglichkeiten, bis hin zu zeitlich begrenzten Turnstunden und Tanz-AG`s.  Das Turnen, Tanzen und rhythmische Bewegen mit und ohne Musik ist wichtig für die Körper-, Raum- und Bewegungserfahrung der Kinder. Unsere ganzheitliche Förderung orientiert sich an den individuellen Entwicklungsschritten der Kinder. In aufgelockerter, sportlicher Runde, in der das Kind durch die Erzieherin angeregt wird, sein Können zu zeigen, Schwächen einzugestehen ohne ausgelacht zu werden, wird das Vertrauen zu den eigenen Fähigkeiten gefördert. Jedes Kind nimmt mindestens einmal wöchentlich an einem angeleiteten psychomotorischen Bewegungsangebot von mindestens 45 Minuten teil und täglich an Bewegungsförderangeboten von 15 Minuten. Das elementare Erlebnis „Wasser“, das Empfinden des eigenen Körpers unter anderen Bedingungen, die Förderung der Motorik und der Koordination in einer Zeit, da immer mehr die kognitive Förderung der Kinder im häuslichen und vorschulischen Bereich überhand nahmen, veranlasste uns, unsere pädagogischen Bewegungsangebote 1978 um das Schwimmen zu erweitern. In der Regel nehmen 55 -60 Kinder  teil. Sie werden in sechs Kursen zu ca. 10 Teilnehmer/innen von fünf Erzieherinnen und sechs ausgebildeten ehrenamtlichen Helferinnen betreut. Das Angebot basiert auf der Mithilfe aller Bezugspersonen (Eltern, Großeltern ect.), welche die Kinder vor und nach den Kursen in den Umkleidekabinen betreuen. Die Schwimmgruppen entstehen nach dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder und wenn möglich nach Freundschaftswünschen. Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist eine abgeschlossene Sauberkeitserziehung. Das Angebot findet im Hallenbad in Hochheim statt. Hierfür gibt es einen Busfahrdienst. Die Kinder, die nicht am Schwimmen teilnehmen, werden in der Einrichtung gruppenübergreifend von den Erzieherinnen betreut. Dieses Angebot muss von den Eltern finanziert werden. Gerade mit dem Training im Wasser haben wir bei übergewichtigen, bewegungsarmen und entwicklungsverzögerten Kindern die Freude an Bewegung geweckt und Übungen aus dem Element Wasser auf die Angebote im Kita-Alltag übertragen. Bei Kindern die schon von klein auf Misserfolge und Verbote in der Bewegung erfahren haben wird das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, die Koordinationsmöglichkeiten mit Spaß und Freude geweckt, sodass Defizite im Alltag psychomotorisch aufgearbeitet werden können und Lernfortschritte erzielt werden. Es geht uns hier nicht um den reinen Bewegungsablauf des Schwimmens, sondern um eine Körperkoordination z.B. kriechen, robben, laufen über eine auf dem Wasser liegende lange Matte und reiten auf Schlangen zur Gleichgewichtsschulung, Hüpfen, hangeln, Patschen, Tiernachahmungen zur Raumerfahrung. Körpererfahrungen, wie das Lernen den eigenen Körper einzuschätzen stehen an erster Stelle. Kenne ich meinen Körper, so ist das Springen aus unterschiedlichen Höhen usw. für die Kinder kein Problem. Die Sprungerfahrungen im Wasser können die Kinder z.B. leicht auch auf das Springen vom Kletterbaum übertragen oder ist das Gleichgewicht ausgleichen auf schwankenden Matten auf dem Wasser erprobt gelinkt es auch auf der Wackelbrücke. Die ersten Kurse in der reinen Wassergewöhnung sind mit einer angeleiteten Turnstunde gleich zu setzen. Erst im 2ten und 3ten Kurs steht die Wasserbewältigung ähnlich dem Schwimmen, jedoch mit eigenem Bewegungsablauf z.B. hundeln oder Brust = Kraul- und Bein = Brustschlag und umgekehrt. Erst im Alter von + – 6 Jahren werden die richtigen Schwimmstile vom Kind erfasst und umgesetzt.

Die Bewegungserziehung ist in der Konzeption und in dem Qualitätsmanagement fest verankert und diese wiederum ist Bestandteil des Betreuungsvertrages (wie unser ganzes Pädagogisches Haus Anlage 1) den die Eltern mit der Pfarrei schließen. Das heißt: die Eltern können nicht einseitig beschließen, dass Ihr Kind nicht an den Angeboten teilnimmt, z.B. weil das Wetter zu schlecht ist, das Kind keine Lust hat oder sie nicht wollen, dass ihr Kind am Pfützenhüpfen teilnimmt usw. Nur wenn von ärztlicher Seite, ein zeitlich begrenztes Turnverbot ausgesprochen wird, kann das Kind fernbleiben. Unsere Bewegungsangebote sind auf alle Altersgruppen ausgerichtet: das heißt von Beginn der Kita-Zeit ab 2 Jahren bis zur Einschulung findet jedes Kind seinem Entwicklungsstand entsprechend Anreize zum Bewegen, aus der Sache heraus oder angeregt durch die Erzieherin. Unsere langjährige Erfahrung hat uns gelehrt, dass kaum ein Kind sich der Faszination, dem Aufforderungscharakter der Dinge und der Angebote entzieht. Bewegungsangebote sind so verinnerlicht, dass manche Aktionen nicht erwähnt werden, weil sie für uns selbstverständlich sind. Viele Aktionen bedürfen keiner expliziten Planung und bleiben deshalb oft unerwähnt oder kaum beachtet, wie z. B. vor dem Museum erst mal ausgiebig über Natursteine klettern um dann ruhig den Ausführungen der Museumspädagogin lauschen zu können.