Natürlich haben wir CD-Player, Fotoapparate und Videokamera. Und im medienpädagogischen Projekt „Emma auf Reisen“ gestalteten Kinder einen Blog im Internet, in dem man viel über unsere Kita erfährt (emma3.bildungsblogs.net/?cat=12).

Im Zentrum unserer Medienpädagogik steht jedoch ganz klar das Medium Buch.

Die Geschichten und die Erfahrungen, die Kinder beim Betrachten und Lesen von Bilderbüchern machen, fördern die sprachliche, kognitive, soziale und emotionale Entwicklung sowie die Freude am Lesen und an Literatur.

Bilderbücher sind in unserer Kita als selbstverständliche Alltagsbegleiter immer und an vielen Orten präsent. Von Beginn an werden die Kinder dazu angeregt, sich eigenaktiv Bilderbüchern zu widmen, sie selbstständig auszuwählen und zu betrachten und dann auch wieder an ihren Platz zurückzubringen.

 

Bilderbücher sind wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit, sei es beim dialogischen Lesen, beim kuscheligen Vorlesen, als Grundlage vielfältiger Projekte oder als Nachschlagewerke und Informationsquellen bei Fragen der Kinder.

 

 

 

 

 

 

Die Kita-Bibliothek als Basis-Station

 

– mehr als 2400 Bilderbücher, Sachbilderbücher, Lieder- und Lyrikbücher, Vorlesebücher, Bildkarten für Erzähltheater und Bilderbücher zu den Themen Religion und Inklusion, die kontinuierlich neu in den Bestand aufgenommen werden.

Die Bibliothek ist täglich geöffnet, betreut von einer Fachkraft, die vorliest und dabei den Dialog mit den Kindern sucht. Regelmäßig kommt eine(r) der drei geschulten Vorlesepat(inn)en der Stiftung Lesen zu einer tollen Vorlesestunde.

 

Wir lieben Bilderbücher,

  • die im Sinne der alltagsintegrierten Sprachbildung zum gemeinsamen Weiterdenken anregen und Erzählanlässe bieten.
  • deren typographische Gestaltung den Blick der Kinder auf die Schrift lenkt.
  • die eine gelungene Geschichte erzählen.
  •  die beim Lesen die Fantasie der Kinder anregen.
  •  die immer wieder Spaß und Freude machen.

Kinder als aktive Nutzer

– Die Kinder nehmen selbstständig Bücher aus den Regalen und betrachten sie – ob konzentriert alleine, gemütlich zu zweit oder im angeregten Austausch mit Freunden.

–  Sie richten z.B. „Spezialregale“ ein mit Büchern, die die Kinder thematisch passend finden, Z.B. Thema „Schnee“.

Für Bilderbücher, die kaputt gehen, gibt es auf Anregung der Kinder ein „Bücherkrankenhaus“. Die Reparatur erfolgt oft in Zusammenarbeit mit den Kindern.

 

Die Kinder fertigen eigene Bildgeschichten für eins der verschiedenen Erzähltheater (Kamishibai und KreaShibai mit Abrollvorrichtung für aneinandergeklebte Bilder). Mit dem Theater können die Kinder sich frei in der Einrichtung bewegen.

Gern verwenden die Kinder Tücher, die in einem Korb bereitstehen, um gelesene Geschichten nachzuspielen, meist unter Einbezug der Sitzpolster und -möbel. Häufig kommen dabei auch Musikinstrumente zum Einsatz oder Requisiten, die die Kinder oft auch aus anderen Räumen herbeiholen.

Buchstaben in verschiedenen Materialien und Größen, eine Tastatur und eine Wandtafel mit Kreiden laden ein, sich mit Schrift auseinanderzusetzen. Es gibt Materialien zum Schreiben von Briefen und Postkarten. Manchmal basteln die Kinder auch eigene Bilderbücher.

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Lesen da, wo das Kita-Leben seinen Gang geht – der Leseflur

An den Lesebänken und am Bücherwagen im langen Flur vor der Bibliothek kommen Kinder, Eltern und Fachkräfte täglich mehrfach vorbei. Gerade in Abholzeiten nehmen Eltern oder Großeltern gern die Gelegenheit wahr, mit ihrem Kind noch in Ruhe ein Buch anzuschauen, bevor sie die Kita verlassen.

Auch die Fachkräfte nutzen diesen Leseort, weil sie dort auch die Kinder erreichen, die nicht so häufig die Bibliothek besuchen und so im Flur im Vorübergehen auf eine Lesesituation treffen und zuhören.

Der Bücherwagen wird regelmäßig neu bestückt mit Bilderbüchern für verschiedene Altersstufen und auch mit Kinderzeitschriften. Die Kinder stellen gern ihre Lieblingsbücher auf die Bänke als „Lesetipp“ für andere Kinder.

Auch die Wände des Leseflures werden für vielfältige Leseanlässe genutzt.

 

 

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Fachbibliotheken in den Funktionsräumen

Wer bauen und konstruieren möchte, benötigt Fachliteratur: Bücher über Baustile und Architektur, Kräne und Maschinen, Bauwerke, Baustellen oder Rohrsysteme. Wer experimentieren möchte, benötigt Bücher über Farben, Akustik, Naturphänomene, Physik oder Zahlen. Im Kreativraum sind Bildbände mit Gemälden, Grafik, Skulpturen, Fotografie oder Bilderbücher über berühmte Künstler sinnvoll. Daher gibt es in den Funktionsräumen jeweils der Raumfunktion angepasste kleine „Spezialbibliotheken“. Dort können die Kinder ihr Fachwissen erweitern und sich Inspirationen holen.

 

 

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Vorlesen in jedem Gruppenraum

Bücher begleiten den Alltag in der Kita. Es gibt vielfältige Vorlesesituationen, in Großgruppen, in Kleingruppen oder ganz individuell und persönlich. Fachkräfte nutzen Bilderbücher häufig als Impulse oder Einstieg für die thematische Arbeit in den morgendlichen Sitzkreisen der sieben Stammgruppen. Sachbilderbücher werden genutzt, um Hintergrundwissen zu vermitteln, z.B. auch in der Projektarbeit. Kinder tragen auch gerne Bücher an ihren Lieblingsplatz in der Kita, um sie sich vorlesen zu lassen, von ihrem Wunschvorlesemenschen. Es gibt außerdem ein tägliches Vorleseangebot beim Ruhen nach dem Mittagessen.

 

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Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) MZ-Laubenheim – eine altbewährte Partnerschaft mit Buchausleihe

Wir sind in der glücklichen Lage, dass die KÖB mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur nur wenige Meter von der Kita entfernt ist. Diese geographische Nähe beförderte sicher die intensive Zusammenarbeit, die schon in den 1970er Jahren begann. Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat ist Büchereitag. 5 Gruppen besuchen nacheinander die KÖB, wo die jeweilige Gruppenerzieherin mit den Kindern ab 3 Jahren ein Bilderbuch liest. Anschließend wählt sich jedes Kind ein Bilderbuch zum Ausleihen aus. Die Kinder nehmen ihr Buch in einer Büchereitasche mit nach Hause.

 

 

Die Rückgabe erfolgt in der Kita, wo die Bücher gesammelt und beim folgenden Büchereitermin von „Büchereieltern“ abgeholt und in der KÖB zurückgebucht werden. Für die Unterstützung durch diese Eltern sind wir sehr dankbar.

 

 

 

 

 

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BibFit und Lesestart

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Seit 2006 machen alle 4-5-jährigen Kinder mit beim Programm „Bib(liotheks)fit“, einer Leseförderungsaktion der katholischen öffentlichen Büchereien. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der KÖB vermitteln in mehreren Einheiten altersgerecht und spielerisch die Grundlagen der Bibliotheksbenutzung und Freude am Lesen. Auch ein Besuch der Bücherei am Dom in Mainz gehört dazu.

Der Bibliotheksführerschein wird am Ende feierlich in den Räumlichkeiten der KÖB überreicht, und zwar im Beisein der Eltern, die ebenfalls erfahren sollen, wie sie das Angebot der KÖB nutzen können.

Auch am Programm „Lesestart“, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und durchgeführt von Stiftung Lesen, nehmen wir von Beginn an teil. Seitdem die Durchführung durch Stiftung Lesen auslief, vermitteln eigene Fachkräfte aus unserer Kita den 2-3-jährigen Kindern und deren Eltern Freude am Lesen auf der Grundlage der bewährten „Lesestart“-Materialien.

 

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Kooperation mit der Grundschule Mainz-Laubenheim

Wenn die benachbarte Grundschule in der Aula ihre Buchausstellung anbietet, sind wir immer gerne dort zu Gast. Und es ist etwas ganz Besonderes, wenn die Grundschulkinder der 1.Klassen den Kita-Kindern Geschichten vorlesen. Die Kita-Kinder bestaunen die Lesefähigkeiten der Kinder, die im Jahr davor noch in ihrer Kita waren. Diese Kooperation fördert nicht nur den gelungenen Übergang in die Schule, sondern motiviert ungemein zum Lesenlernen – sowohl die jetzigen als auch die zukünftigen Erstklässler.

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Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag

Am bundesweiten Vorlesetag fährt jedes Jahr eine Kindergruppe mit dem Bus nach Mainz und besucht einen Ort, an dem Prominente Kindern vorlesen, zum Beispiel im Mainzer Landtag oder im Mainzer Dom oder einem Museum. Für die „Daheimgebliebenen“ kommt ein prominenter Mensch zum Vorlesen in die Kita.

 

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Kinder setzen das Gelesene eigenständig um

Kinder verarbeiten das, was sie in den Büchern lesen, auf unterschiedliche Weise:

– in Gesprächen untereinander und mit den pädagogischen Fachkräften: Langanhaltende Gespräche und gemeinsam geteiltes Nachdenken über ein Thema sind wesentliche Grundlage für die alltagsintegrierte Sprachbildung. Wir lieben es, mit den Kindern über das Gelesene zu reflektieren, eine Geschichte weiterzuspinnen oder zu hinterfragen.

– Viele Geschichten werden von den Kindern spontan in Szene gesetzt und handelnd verarbeitet – sei es mit Legematerialien und Puppen oder im Rollenspiel.

– in Bastelarbeiten: Oft arbeiten mehrere Kinder gemeinsam für längere Zeit an so einem Projekt.

 

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Vorbereitete Materialien ergänzen die Geschichten und führen darüber hinaus

Manche Bilderbücher eignen sich besonders zur Bearbeitung bestimmter Themen mit vorbereitetem Material.

Ein „Dauerbrenner“ ist beispielsweise der prall gefüllte Reisekoffer, der in Kombination mit dem Buch „Herr Sauermann sucht seine Zähne“ regelmäßig Begeisterung auslöst. Das Ordnen, Sortieren und Kategorisieren der Alltagsgegenstände fördert elementare mathematisch-naturwissenschaftliche Fähigkeiten und macht dabei immer wieder wahnsinnig viel Spaß.

 

 

 

Zum Buch „Zwölf und der Wolf“ gehören 12 Filzeier-Küken, mit denen die Kinder wie die Entenmutter im Buch verschieden lange Reihen bilden. „Ein neues Haus für Charlie“ führt meist zur Beschäftigung mit der Schneckenhaussammlung u.s.w.

 

 

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Literacy: Schrifterfahrungen

– in der Kita-Bibliothek: Buchstaben in vielen verschiedenen Formen und Materialien, Schreibgeräte und – papiere, Schreibtafeln und ABC-Bücher und-spiele.

– Kinderbüro im Rollenspielraum: kleiner drehbarer Kinderschreibtischstuhl mit Rollen, dazu ein Tisch mit Büroutensilien, echte ausgemusterte Telefone, Taschenrechner, etc., werden zur Praxis, Fundbüro, Poststelle, Theaterkasse mit Plan zur Platzreservierung, Schulbüro, Fahrkartenschalter oder Büro vom Zoo – immer müssen Dinge notiert, eingetragen und abgelegt werden.

Wir versuchen, jedes aktuelle Rollenspielthema mit Materialien zur Schrifterfahrung anzureichern. Diese greifen die Kinder in der Regel gerne auf.

„Was steht da?“ Die Kinder sollen erkennen: Dinge haben einen Namen, den man aufschreiben kann. Und das tun wir. Mit farbigen Schildern werden Alltagsgegenstände beschriftet – „der STUHL“, „das FENSTER“, „der BÄR“, gerne auch in anderen Sprachen, wobei jede Sprache ihre eigene Farbe hat. So wird auch der Sprachenschatz in unserer Kita sichtbar.

 

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Die Familie liest mit!

Während der Eingewöhnungsphase ziehen sich Eltern oft in den Elternraum zurück. Dort gibt es nicht nur Elternzeitschriften, sondern dort steht auch ein Regal mit Romanen und Krimis, das durch Kita-Personal und Eltern in regem Austausch bestückt und benutzt wird. So haben auch die Lesevorlieben der Erwachsenen einen Platz in unserer Kita.

 

– Die Leseförderprogramme BibFit und Lesestart beinhalten einen Termin, bei dem die Eltern über die Bedeutung des Vorlesens informiert und zum Etablieren von familiären Vorleseritualen angeregt werden.

– Durch die Buchausleihe in der katholischen öffentlichen Bücherei (KÖB) bringen die Kinder zweimal monatlich eine Tasche mit einem Bilderbuch zum Vorlesen mit nach Hause. Ehrenamtlich in der KÖB aktiven Elternteile machen das kostenlose Ausleihangebot der öffentlichen Bücherei zusätzlich publik. Manche Eltern verabreden daraufhin gemeinsame Treffen in der Bücherei, um dort mit den Kindern Bücher anzuschauen und privat zu leihen.

– Bei der jährlichen großen Buchausstellung der KÖB im Pfarrzentrum tritt die Kita-Tanzgruppe auf und animiert die Eltern zu einem Ausstellungsbesuch.

– Regelmäßige Ausstellungen mit Kurzinfos zu empfehlenswerten Bilderbüchern und Bestellmöglichkeit in der Kita, in Kooperation mit einer Buchhandlung.

– Angebot in der Kita, z.B. die „Frage-Lustige“ Bilderbuchstunde für 4-5-Jährige und ihre Eltern. Eine Fachkraft präsentierte ein Bilderbuchkino mit dialogischem Lesen als Modell für die Eltern. Es gab ein passendes kleines Bastelangebot, ein Pixi-Buchgeschenk und genug Zeit, mit Mama, Papa oder Oma eins der ausgestellten Bilderbücher zu betrachten.

Unser Ziel ist es, im Sinne einer engen Erziehungspartnerschaft mit den Familien, alle mit ins Leseboot zu holen. Familien, die sehr viel mit ihren Kindern lesen, möchten wir mit Bilderbuchtipps und Hinweisen auf Angebote rund um Bücher und Geschichten unterstützen. Bei Familien, die weniger buchaffin sind, möchten wir Schwellenängste abbauen und praktikable Wege zeigen, wie Bücher den Familienalltag bereichern können.

 

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Ein gut geschultes Team!

Das Team bildet sich kontinuierlich weiter:

– Fortbildungsreihe „Auf Entdeckerreise zum Geschichtenschatz – Frühe naturwissenschaftliche Bildung und Literacy in der Kita“, ein Projekt von Forscherstation (Klaus Tschira Kompetenzzentrum für frühe naturwissenschaftliche Bildung) und Stiftung Lesen, das Bilderbücher und MINT-Themen verknüpft. 2019 nimmt das dritte Fachkraft-Tandem teil.

– Gesamtteamfortbildung „Das ABC auf der Reise: Von Erzählsack zum Buchstabensalat“ (Institut für Lehrerfortbildung, Referentin Mechthild Frey-Brand).

– Vier Fachkräfte sind seit vielen Jahren zertifizierte Sprachförderkräfte RLP.

– zwei Fachkräfte sind zertifizierte Sprachförderkräfte nach dem neuen Curriculum (Bildung durch Sprache und Schrift BISS / Mit Kindern im Gespräch), zwei weitere qualifizieren sich derzeit. Langfristiges Ziel ist die Qualifizierung des gesamten Teams der Einrichtung.

– Fachkräfte der Kita besuchten zahlreiche Einzelfortbildungen, Workshops und Fachtage in den Bereichen Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Sprachförderung, alltagsintegrierte Sprachbildung, interkulturelle Bilderbücher. Sie tun dies auch weiterhin und wirken als Multiplikatorinnen für das gesamte Team.

– Die Fachkraft für Sprache aus dem Bundesprogramm Sprach-Kita informiert und schult das Team regelmäßig in den Bereichen alltagsintegrierte Sprachbildung, Inklusion und Elternarbeit.

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Im Jahr 2018 wurden wir beim deutschen Lesepreis in der Kategorie „Herausragende Sprach- und Leseförderung in Kitas“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet.